
Sommer in seiner süßesten Form
Die Kirsche (Prunus) zählt zum Steinobst in der Familie der Rosengewächse. Ihr Ursprung liegt in Kleinasien im Gebiet der heutigen Türkei. Hierauf geht auch ihr Name zurück, den sie der antiken Stadt Kerasus verdankt. Bereits in der Jungsteinzeit war die Wildkirsche in Asien sowie in den gemäßigten Klimazonen Europas verbreitet und zählt damit zu den ältesten Obstpflanzen. In Europa ist die Vogelkirsche (Prunus avium) am häufigsten vorzufinden, die als Urform vieler heutiger Süßkirschensorten gilt.
Seit dem 18. Jahrhundert wird zwischen den Süß- und Sauerkirschen unterschieden, die eng miteinander verwandt sind. Heute existieren mehrere Hundert Süßkirschensorten. In Deutschland werden sie hauptsächlich in Süddeutschland und Niedersachsen angebaut.
Für das Agroforstsystem sind die Kirschbäume von großer Bedeutung, da sie Lebensraum und Nahrung für viele Insekten-, Vogel- und Pilzarten bieten. Die Vögel tragen zur Verbreitung durch die unverdauten Kirschkerne bei. Austretender Nektar am Blattstiel zieht Ameisen an, welche wiederum blattfressende Insekten fernhalten. Die Vogelkirsche wird im agroforstlichen Anbau eher zur Produktion von Holz angebaut, während die Süßkirschen zur Produktion von Früchten angebaut werden.
Die hauptsächliche Erntezeit findet von Juni bis Juli statt. Der Anbau von Kirschen ist arbeitsintensiv, da die Erntezeit kurz ist, die Früchte nur begrenzt lagerfähig sind und auch nicht mehr nachreifen.
Kirschen bieten von purem Genuss hin zum Backen und Kochen eine vielfältige Verwendung. Ebenso lassen sich Edelbrände herstellen oder aus den Kernen ein Kirschkernkissen. Das Holz der Vogelkirsche ist wegen seiner Festigkeit und schöner Farbgebung im Möbel- und Innenausbau sehr gefragt.
Hier sind je zwei Bäume der Sorten Burlat, Frühe Rote Meckenheimer, Kassins Frühe Herzkirsche und Zum Feldes frühe Schwarze gepflanzt:
- Die Sorte Burlat ist eine beliebte und sehr frühreifende dunkle Herzkirsche, die sich mit ihrem süßen, saftig aromatischen Geschmack ideal zum Frischverzehr, für Kuchen oder Kompott eignet.
- Die Frühe Rote Meckenheimer stammt aus der Vorderpfalz und ist aufgrund ihres süß-aromatischen Geschmacks in Gärten und Streuobstwiesen sehr beliebt. Zwischen Anfang und Mitte Juni können die Früchte geerntet werden, frisch vom Baum schmecken sie sehr gut. Sie können auch vor der eigentlichen Reife gepflückt werden und schmecken dann etwas säuerlicher.
- Kassins Frühe Herzkirsche zählt zu den alten Obstsortenund wurde 1860 in Werder an der Havel als Sämling gefunden. Es ist eine sehr frühreifende, süße Herzkirsche mit schwarzroter Farbe, die regelmäßig hohe Erträge erbringt und sich besonders als Tafelkirsche eignet.
- Die Sorte Zum Feldes frühe Schwarze stammt aus dem Alten Land bei Hamburg. Sie ist eine beliebte Sorte aufgrund der Frosthärte und der regelmäßigen und hohen Erträge. Besonders ist hier, dass die Kirschen je nach Standort bereits ab Ende Mai über einen langen Zeitraum teilweise bis Mitte Juli gepflückt werden können, da die reifen, dunkelroten Früchte am Baum ihren Geschmack beibehalten.
Text: Isabell Albrecht / Bildnachweis: Rico Hübner, DeFAF e.V.