
Der Apfel (Malus domestica) gehört zum Kernobst in der Familie der Rosengewächse und hat seinen Ursprung in Asien, von wo er über Handelswege wie die Seidenstraße nach Europa gelangte.
Schon seit jeher gilt der Apfel als Symbol der Fruchtbarkeit und des Lebens. Für die alten Kelten verkörperte Avalon, das Apfelland, die Anderswelt als einen Ort des Lichtes und der Fülle. Während die Kelten nur den heimischen Wildapfel (Malus sylvestris) kannten, entwickelte sich daraus über die Jahrhunderte eine enorme Sortenvielfalt und es gibt mittlerweile weltweit geschätzte 30.000 verschiedene Apfelsorten, davon etwa 2.000 in Deutschland. Der Apfel ist hierzulande mit seinem positiven Nährwert und seiner vielfältigen Verwendbarkeit das beliebteste Obst und pro Person werden jährlich rund 20 Kilogramm verzehrt.
Hier im Agroforstsystem zieht das Blütenreichtum im Frühjahr viele Bestäuber an, was auch den anderen Gehölzen nutzt, während das Fallobst für Vögel und verschiedene Säugetiere eine Nahrungsquelle darstellt. Auf der traditionellsten Form der Agroforstsysteme, den Streuobstwiesen, wird der Apfel schon seit langem angebaut.
Je nach Sorte unterscheidet sich die Erntezeit, die sich vom Sommer bis in den späten Herbst erstreckt. Neben dem frischen Verzehr ist der Apfel dank seiner langen Lagerungsfähigkeit ein Garant dafür, gut über den Winter zu kommen. In der Küche lässt er sich vielseitig verwenden, etwa für Apfelmus, Apfelkuchen oder Apfelstrudel.
Auf diesem Acker sind jeweils drei mittelstämmige Apfelbäume (veredelt auf der Unterlage MM106) der Sorte ‚Weißer Klarapfel‚ und der Sorte ‚Winterglockenapfel‚ gepflanzt, sowie zwei Bäume der Sorte ‚Gravensteiner‚:
Der Weiße Klarapfel ist eine robuste, alte Frühsorte des Kulturapfels, ein mittelgroßer Apfel mit weißlich-gelbem Fruchtfleisch. Er reift früh im Jahr Mitte bis Ende Juli und ist daher ein beliebter Sommerapfel. Die Früchte sind nur kurz lagerbar und sollten frisch vom Baum genossen werden, da sie sehr druckempfindlich sind und schnell mehlig und trocken werden. Gelagert werden können sie maximal zwei bis vier Wochen. Der richtige Erntezeitpunkt ist für einen guten Geschmack entscheidend. Erntereif sind die Äpfel, wenn sie sich vom Grün in ein helles Geld färben. Dann schmecken sie saftig-süß bis säuerlich und eignen sich sehr gut für Apfelmus. Heutzutage wird der Klarapfel noch kaum angebaut, da andere Sorten sich leichter von der Ernte bis ins nächste Jahr hinein lagern lassen.
Der Winterglockenapfel ist eine gut lagerbare, historische Sorte. Die glockenförmigen, großen Früchte mit kurzem Stiel färben sich ab Ende Oktober leuchtend gelb und sind somit pflückreif. Ab Dezember können sie genossen werden, daher gehören diese Sorte zu den Winteräpfeln. Kühl gelagert halten sie sehr lange bis zum April nächsten Jahres. Sie sind mit ihrem zitronensäuerlichen Aroma sehr aromatisch. Das feste, beinahe weiße Fruchtfleisch ist wenig saftig und zerfällt daher kaum beim Kochen. Der Apfel eignet sich sowohl zum Frischverzehr als auch zur weiteren Verarbeitung.
Der Gravensteiner ist eine historische und edle Apfelsorte, die im 17. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde und zu den ältesten und geschmacklich besten Apfelsorten weltweit zählt. Er ist mittelgroß bis groß, rundlich bis leicht abgeflacht, mit cremweißem, zartem und saftigem Fruchtfleisch. Der Geschmack ist süß-säuerlich und intensiv aromatisch mit einer würzigen Note. Er reift früh und ist vor allem wegen seines intensiven Aromas und seiner Vielseitigkeit geschätzt. Als herausragender Tafelapfel überzeugt er mit seinem unvergleichlichen Geschmack und eignet sich wegen seines Säuregehaltes auch als Mostapfel. Sein intensives Aroma und seine frühe Reifezeit machen ihn zu einer der begehrtesten Sorten auf Streuobstwiesen. Da er keine lange Lagerfähigkeit besitzt, ist er für den direkten Verbrauch geeignet und sollte frisch genossen werden. Der Gravensteiner-Baum wächst kräftig mit breiter Krone, beansprucht nährstoffreiche Böden und verträgt sowohl nasse als auch sonnige Standorte.
Text & Bildnachweis: Isabell Albrecht