
Die Birne (Pyrus domestica) zählt zum Kernobst innerhalb der Familie der Rosengewächse. Ihren Ursprung hat sie in Vorderasien und dem Kaukasus. Funde belegen, dass sie bereits in der späten Jungsteinzeit in Deutschland und den Nachbarländern vorkam. Historisch wurde die Birne sehr geschätzt, etwa von den Babyloniern und Germanen, die sie als heiligen Baum verehrten.
Heute wird sie weltweit angebaut und die Sortenvielfalt wird auf ungefähr 5.000 geschätzt. Die Früchte werden unterschieden nach Most- und Tafelbirnen sowie nach Sommer-, Herbst- und Wintersorten. In Deutschland ist die Birne nach dem Apfel das zweitwichtigste Kernobst, mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von etwa drei Kilogramm.
Birnen sind recht anspruchsvoll hinsichtlich Erntezeitpunkt und Lagerung. Viele Sorten reifen zwischen August und Oktober und müssen hartreif geerntet und anschließend gelagert werden, bis sie ihre volle Genussreife und ihr Aroma entwickeln. Bleiben sie zu lange am Baum, werden sie schnell mehlig. Der Vorteil hier im Agroforstsystem ist, dass die Birnen zum idealen Zeitpunkt gepflückt und an die Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft verteilt werden können.
Verwendet werden Birnen äußerst vielfältig: Sie lassen sich roh essen, trocknen, entsaften oder zu Obstbrand verarbeiten. Außerdem sind sie eine beliebte Zutat in Kuchen, Torten, Müslis, Desserts und Salaten.
Auf diesem Streifen wachsen um die Anbaufläche herum je drei robuste, hochstämmige Birnenbäume der Sorten ‚Doppelte Philipsbirne‚, ‚Josephine von Mecheln‚ und ‚Madame Verte‚ gepflanzt:
Die Doppelte Philipsbirne isteine ertragreiche Frühherbstbirne, die Anfang bis Mitte September pflückreif und nur kurz lagerfähig ist. Sie eignet sich aufgrund ihres säuerlichen Charakters gut zum Einmachen.
Josephine von Mecheln gehört zur Familie der Butterbirnen und wurde 1830 von Major Mecheln aus Samen gezogen, der die Sorte nach seiner Frau benannte. Als Winterbirne sollte sie nicht vor Ende Oktober geerntet werden, da sie ansonsten im Lager runzelig wird. Bei guter Lagerung ist sie bis März haltbar. Ihr Geschmack ist sehr saftig und fein würzig.
Madame Verte ist eine alte, aromatische Winterbirne mit bronzefarbener Frucht, die als eine der wenigen Wintersorten in unserer Region auch in kühlen Sommern ausreift. Sie blüht erst spät, ist im Oktober erntereif und ab Dezember bis Januar genussreif. Die Früchte zählen zu den schmackhaftesten Birnen und eignen sich gut für den Frischverzehr sowie in der Verarbeitung zum Backen oder Herstellen von Kompott.
Text: Isabell Albrecht / Bildnachweis: Julia Günzel, DeFAF e.V.